Die alte Stadt Guebwiller hat eine sehr interessante Vergangenheit sowie eine hübsche geographische Lage, umgeben von den Flussbänken der Lauch. Dank verschiedener Industrien konnte sich die Stadt hervorragend entwickeln. Ihre Einwohner haben dem benachbarten Murbachtal den anmutig klingenden Namen Florial gegeben. Ein Mönch hatte einst im elften Jahrhundert die Region mit den Worten gegrüßt: Sei gegrüßt, o Florival (Florigera Vallis), Du Rivalin des Paradieses mit Deinen fruchtbaren Böden und Deinen mit Wein bedeckten Hügeln.
Den Abteien von Murbach ist es hauptsächlich zu verdanken, dass Guebwiller zu einer solchen Stadt geworden ist. Sie waren es auch, die die Errichtung einer Stadtmauer veranlasst haben. Ihr künstlerischer Einfluss findet sich heute in vielen religiösen Bauten wieder.
Die Kirchen von Guebwiller drücken heute sehr augenfällig den damals beachtlichen spirituellen Einfluss der Abteien aus und sind in jedem Falle einen Besuch wert. Die St. Léger Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist ganz aus wunderschönem Sandstein gebaut und zeigt deutlich den Übergang vom romanischen zum gotischen Stil. Im Inneren der Kirche sind überraschender weise zwei antike Leitern aufgestellt. Ihre Präsenz hat folgenden Hintergrund: |
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1445 zogen barbarische Horden durch das Land und verwüsteten die Städte und Dörfer. Guebwiller war nun durch eine befestigte Mauer geschützt. Die Angreifer mussten sich also eine Kriegslist ausdenken, um in das Innere der Stadt zu gelangen. Während der Wachablösung schlichen sie sich an die Mauer und versuchten mit Hilfe der Leitern vorzudringen. Eine Frau namens Brigitte Schick beobachtete das Vorhaben und schlug sofort Alarm. Die in Panik versetzten Angreifer ergriffen die Flucht und ließen ihre Leitern an Ort und Stelle. Die Leitern wurden in der Kirche aufbewahrt, zu Ehren der Frau, welche die Stadt gerettet hat.
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