Noch bis 1871 rief der Nachtwächter in den Straßen von Dambach die volle Stunde aus. Steht man heute in der Mitte des Marktplatzes der 3000 Seelen Stadt, deren Straßen und Bauwerke noch in erstaunlich gutem Zustand sind, fällt es einem nicht schwer, ihn sich bei seiner Arbeit vorzustellen.
Den alten Gassen, Türmen und Fachwerkhäusern mit ihren aufwendig verzierten Fassaden und anmutig wirkenden Türen werden durch die ständige Präsenz der lokalen Winzer und Bauern Authentizität verliehen. Die vielen Jahrmärkte und Festlichkeiten, sorgfältig von den Bewohnern vorbereitet, sind ein Beweis für ihre tiefe Verbundenheit mit der heimischen Kultur und sind auch (und besonders) für Außenstehende ein einprägsames Erlebnis.
Dambach (von Tannenbach) war ursprünglich im Besitz der Herren von Bernstein (von Bärenstein). Daher rührt wohl auch das Wappen der Stadt: Ein nach Honig gierender Bär, der mit seinen Pranken an einer Tanne lehnt. Warum der Name Dambach-la-Ville? Die Antwort auf diese Frage ist gleichermaßen einleuchtend wie verblüffend. Es existiert noch ein weiteres Dambach nur wenige Kilometer entfernt und um Missverständnisse zu vermeiden, wählte man die längere Version des Namens. Allerdings hätte der Name eigentlich mit la-Vigne erweitert werden sollen, um auf die grobe Bedeutung des dortigen Weinanbaus (über 400 ha) hinzuweisen. Warum trotzdem la-Ville gewählt wurde, ist bis heute ein Rätsel geblieben...
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Die Geschichte Dambach-la-Villes ist reich an Ereignissen, wie es die antiken Befestigungen vermuten lassen. Die Bewohner der Stadt nahmen geschlossen an zwei Kriegen teil, 1493 an dem von Soulier und 1525 an dem von Rustauds. Mehreren Bauernaufständen wurde mit aller Härte begegnet. Des weiteren fanden zahlreiche Hexenprozesse im Episcopal, dem Gerichtshof im Haus Mersiol (rue de l`Armée Française) statt. Die Frauen, die der Hexerei als schuldig befunden wurden, kamen auf den Scheiterhaufen und mussten verbrennen. Wurde man des Diebstahls überführt, kam man an den Pranger vor dem Rathaus.
Während des dreißigjährigen Krieges wurde Dambach sehr von den Schweden in Mitleidenschaft gezogen.
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